Porzellanmalerei
Inh. Annett Wolfram
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Die Geschichte des Porzellan
Zart, lichtdurchlässig, extrem formbar und trotzdem von erstaunlicher Härte - das Porzellan. So makellos und schneeweiß wie Porzellan heute als Service auf vielen Esstischen zu finden ist, wäre es vor 300 Jahren noch eine absolute Rarität gewesen. Europas Könige und Fürsten waren damals bereit, für diesen Luxus jeden Preis zu bezahlen. Auch aus diesem Grund trägt Porzellan deshalb auch den Namen weißes Gold.
Als Marco Polo um 1295 nach Christus China reiste, berichtete er bei seiner Rückkehr von einem besonders edlen, harten und blütenweißen Material, aus dem die Chinesen Geschirr und Tischschmuck herstellten.
Bei uns aß man damals noch aus hölzernen und metallenen Gefäßen, bestenfalls aus dickem, grobem Töpferei-Geschirr. Diese Hafnerkeramik war recht zerbrechlich und, selbst glasiert, nicht sehr hell.
Die europäischen Fürste und Könige fanden dieses neue, wunderschöne Geschirr besonders standesgemäß und gaben Unmengen von Geld aus, um es den Chinesen abzukaufen. Zu gerne hätten sie das Rezept gehabt, um das Porzellan selbst herzustellen, doch die Chinesen verrieten ihr Geheimnis nicht.
Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert versuchten viele Tüftler und "Wissenschaftler" mit ersten Chemiekenntnissen, edle Stoffe herzustellen. Besonders eifrig versuchte man, Gold herzustellen. Diese Tüftler, "Alchimisten" genannt, zermahlten, mischten, verkochten und brannten die verschiedensten Rohstoffe und schufen alle möglichen neuen Verbindungen, oft auch unbrauchbare - bloß kein Gold!
Auch König August der Starke, der in Dresden residierte, wollte, dass ihm jemand Gold machte, um seine Paläste noch prächtiger auszugestalten. Er ließ sich deshalb aus Berlin den jungen Johann Friedrich Böttger kommen, der ihm als besonders begabter und geschickter Alchimist beschrieben worden war. Er sollte seinem König Gold herstellen.
Im Jahr 1708 n. Chr. geschah das Wunder. Johann Friedrich Böttger öffnete seinen Brennofen und fand darin - das erste deutsche Porzellan! Das "weiße" Gold.
Was hatte er getan? Er hatte eine Tonerde ohne Eisenanteil und andere Verunreinigungen, das weiße Kaolin mit Quarz und Feldspat (beide in Granit enthalten) fein zermahlen, mit etwas Wasser gemischt, geformt, getrocknet und gebrannt. Auf diese Weise erhielt er die erste Töpferware, die sehr fein und weiß aussah. Damit hatte er als Zweiter, 1000 Jahre nach den Chinesen das Porzellan erfunden.